Literarische Tafelrunde "Was ich von ihr weiß" von Jean-Baptise Andrea (Kopie)

01/11/2027 19:00 to 01/11/2027 21:00 (Europe/Berlin)

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Jan 11, 2027, 7:00:00 PM
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Wir lesen:

 "Der menschliche Makel"


von Philip Roth

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Zuckermann begegnet dem alternden Professor Coleman Silk, der durch Missverständnisse und Intrigen alles verloren hat - sein Renommee, seine Familie. Das große Geheimnis, das ihn umgibt, kann er wahrscheinlich nur mit Faunia, seiner jungen Geliebten, teilen. Ein Sittenbild der amerikanischen Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.02.2002

Nun hat Philip Roth mit "Der menschliche Makel" nach "Amerikanisches Idyll" und "Mein Mann, der Kommunist" seine Trilogie über die amerikanische Nachkriegsgeschichte zu Ende gebracht, berichtet Gerrit Bartels. Der Rezensent zeigt sich hell erfreut darüber, dass Roth mit dieser Trilogie den Weg zurück zum originären Schreiben gefunden hat, hatte sich bei Bartels doch nach der Lektüre anderer Romane von Roth der Eindruck eingestellt, der Autor habe sich im Labyrinth literarischer Selbstbespiegelungen etwas verrannt. Nicht so im vorliegenden Roman über das Scheitern des Protagonisten Coleman Silk, einem Collegeprofessor in einer Kleinstadt, dessen Leben aus den Fugen gerät, als man ihn des Rassismus bezichtigt und der erkennen muss, dass er, der "Schwarze", niemals das Leben eines "Weißen" führen kann. Roth gewährt dem Leser, meint der Rezensent, "tiefe Blicke auf den Grund der menschlichen Seele", ohne dass sie im Ganzen ergründet werden könnte. Aber der Einblick auch in unliebsame und moralisch bedenkenswerte Abgründe gerate durch den Wechsel der Erzählperspektiven und Positionen der Rothschen Figuren nie zur einseitigen Stellungnahme, so Bartels. Die Trilogie im Ganzen findet er "großartig" und großes Lob spendet er auch Dirk van Gunsteren für seine "vorzügliche" Übersetzung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.02.2002

Heute erscheint Philip Roths neuer Roman auf deutsch. Losgehen und kaufen, rät uns Ijoma Mangold, der dem Buch bereits nach 50 Seiten alles glaubt, weil Roth, wie er schreibt, seinen Stoff (und einen wie reichen Stoff!) so gut beherrscht, "dass nur wenige Kapitel genügen, um eine plastische Erzählwelt aufzubauen". Diese Welt, erklärt uns Mangold, sei gespannt zwischen die Pole der Verderbtheit und des Lebenssturms, der Einsamkeit und der Freundschaft, des Loslassens und des Gepacktwerdens. Viel kleine Geschichten ergibt das, und dass jede für sich genommen schon "ziemlich gut" ist, erst ihre Verknüpfung aber "einen epischen Sturzbach" auslöst, hat Mangold schier überwältigt. Derart viel erhält Raum in der "groß, berührend und zwingend" erzählten Biografie des Helden - der große Makel, die Erbsünde als Quelle der Vitalität, sowie der amerikanische Traum, das Leben in die eigene Hand zu nehmen -, dass Mangold zu dem Buch nur ein Vergleich einfällt: "Der großen Gatsby".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.02.2002

Ulrich Greiner ist von den Socken. Ein Meisterwerk, der neue Roth! Wie der Autor den "unlösbaren Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft" dramatisiert, findet er aufregend, erhellend und erschütternd zugleich. Der Roman ziele mitten ins Herz der amerikanischen Gesellschaft, "aber er betrifft uns alle". Die Vielschichtigkeit des Buches indes - vier Schicksale,die sich kreuzen, eine die ganze Gegenwart (durchdringende Geschichte, ein "Oratorium verschiedener Stimmen und Tonlagen - lähmt den Rezensenten geradezu: "Man kann von diesem Roman nicht erzählen, ohne von seiner Handlung zu erzählen." Und das tut er dann auch, Greiner. Uns bleiben die Epitheta. Lobende jedenfalls.

(Quelle Perlentaucher)

Philip Roth

Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren und starb 2018 in New York City. 1998 erhielt er für Amerikanisches Idyll den Pulitzerpreis. Ebenfalls 1998 wurde ihm im Weißen Haus die National Medal of Arts verliehen, und 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Gold Medal, mit der unter anderem John Dos Passos, William Faulkner und Saul Bellow ausgezeichnet worden sind. Er hat zweimal den National Book Award und den National Book Critics Circle Award erhalten, dreimal den PEN/Faulkner Award und außerdem den PEN/Nabokov Award und den PEN/Saul Bellow Award. Bei Hanser erschienen zuletzt u.a. Das sterbende Tier (Roman, 2003), Shop Talk (Ein Schriftsteller, seine Kollegen und ihr Werk, 2004), Jedermann (Roman, 2006), Mein Leben als Mann (Roman, Neuausgabe 2007), Eigene und fremde Bücher, wiedergelesen (2007), Exit Ghost (Roman, 2008), Empörung (Roman, 2009), Portnoys Beschwerden (Neuübersetzung, 2009), Die Demütigung (2010) und Nemesis (2011), außerdem 2018 in Neuausgaben die Romane Amerikanisches Idyll, Der menschliche Makel und Verschwörung gegen Amerika sowie Mein Leben als Sohn.
Der sensationelle Romanerfolg aus Frankreich: Die Geschichte eines Paares, das gegen die Konventionen der Zeit kämpft. »Ein zauberhaftes Buch über eine unerschütterliche Liebe.« Le Figaro Magazine. Lieblingsbuch der Buchhändler*innen in Frankreich. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt.
(Quelle Hanser)


Treffpunkt um 19 Uhr im BaristaSista neben dem FoodHub!

Bitte eigene Gläser und Getränke, bzw. wer möchte, Knabberzeug mitbringen. Danke.


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